Linux Multimedia PC? Mit mir nicht!

Alle paar Monate schafft es Linux bei mir auf den Desktop Selbstversuch. Bei dem Selbstversuch geht es auch darum, die Situation aus dem Blickwinkel eines normalen Anwenders zu betrachten.
Diesmal sollte es ein Multimedia-PC sein. Aus der Vergangenheit weiß ich, dass Linux da durchaus Schwächen hatte, aber wie sieht es aktuell aus? Als Linux Distribution durfte das aktuelle Ubuntu 12.10 herhalten.

Ubuntu lässt sich ohne Probleme parallel zu einem bereits installierten Windows auf die Festplatte installieren. Dabei steht es einem frei, ob man den Windowsinstaller verwendet oder ein Live System von CD oder USB Stick bootet. Die Installation läuft ohne große Probleme ab und belästigt auch nicht mit unnötigen Fragen.

Nach der Installation begrüßt einen ein aufgeräumter Desktop und das Look & Feel von Ubuntu ist zwar zunächst ungewohnt, aber es sollte jedem gelingen, sich rasch einzuarbeiten. Die in dem Multimedia PC arbeitenden Komponenten wie Radeon 5450 Grafikkarte, Creativ Sound Blaster® X-Fi™ Xtreme Audio PCI Express® und der TP-Link TL-WN821N und ein Bluetooth USB Stick wurden automatisch erkannt und korrekt eingebunden. Der Fernseher über HDMI funktioniert dabei genauso gut wie die über S/PDIF (Toslink) angeschlossene Anlage.

Radiostreams, MP3 Musiksammlung und You-Tube waren alles in allen kein Problem und auch DVDs wurden abgespielt. Zu einem Multimedia-PC gehört allerdings auch, dass er Video Streams von Lovefilm oder Maxdome abspielt und hier scheitert das ganze Projekt. Dabei kann man Ubuntu keinen Vorwurf machen, denn es scheitert an der Tatsache, dass die Videoplattformen auf DRM setzen und dafür Microsoft Silverlight verwenden. DRM und Opensource vertragen sich nun mal nicht besonders gut.

Christoph, vom Blog „Linux und Ich“ hat zwar ein workaround beschrieben, bei dem der Windows-Firefox zusammen mit dem Windows Emulator Wine verwendet wird (Maxdome oder Lovefilm unter Ubuntu oder Linux Mint ansehen), aber es ist ein Weg, bei dem der Benutzer Hand an sein System anlegen muss und es immer wieder zu Komplikationen kommt. Die sauberste Lösung ist eine, mit der man diese Videoportale ohne solche Krücken verwenden kann. Dazu muss ich sagen: mit der von mir verwendeten Ubuntu Version hat das workaround nicht funktioniert.

Damit endet der Selbstversuch und ich gelange wieder zu dem Fazit: Linux auf dem Desktop kann in gewissen Grenzen ein kommerzielles Betriebssystem wie Windows ersetzen, aber man stößt hier und da immer wieder an Ecken und manchmal sind diese eben nur bedingt um schiffbar. (hri)

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