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#1 LocalCooling - Projekt zur Eindämmung der globalen Erderwärmung
Bomania Geschrieben am: 17.12.2006 01:01
Also das scheint mir ein sehr interessantes Projekt zu sein. Auf jeden Fall ist es ein hehres Ziel was da verfolgt wird. Nämlich, die Menschheit darüber aufzuklären, gewissenhafter mit dem Stromverbrauch umzugehen. Wenn auch das Projektziel vielleicht etwas utopisch ist. Momentan gibt es knapp 15.000 Anwender die das Tool installiert haben. Das Projekt zielt aber auf 100.000.000 (In Worten: Einhundertmillionen) Anwender ab. Ich glaube kaum, dass sich das umsetzen lässt. Wie auch immer, die Idee ist auf jeden Fall gut. Und nicht ganz unbegründet.

Vor allem in Firmen werden PCs häufig über Nacht angelassen. Und damit sind natürlich nicht die Server gemeint. Auch während meiner Ausbildung musste ich das miterleben, wie die Kollegen ganz selbstverständlich einfach den Monitor ausgemacht haben - der PC lief aber weiter durch die Nacht hindurch. Teilweise war das notwendig (weil nachts dann irgendwelche speicherintensive Skripte ausgeführt wurden oder Backups erstellen wurden), teilweise aber liefen die sinnlos Tag und Nacht und auch übers Wochenende. Bei größeren Firmen mit hunderten oder gar tausenden von PCs eine immense Summe was da anfällt.

Zum LocalCooling-Tool selbst muss ich sagen, dass ich mir über dessen Nutzen nicht so sicher bin. Die Einstellungen zum Strom sparen kann man auch selbst in der Systemsteuerung vornehmen, dazu benötigt man nicht dieses Programm. Das einzige wozu das Tool dann wirklich zu Gebrauchen ist, sind die Statistiken zum Energieverbrauch bzw. was man gespart hat. Sicherlich ganz witzig mal zu sehen, wieviele Bäume man theoretisch gerettet hat durch sein umsichtiges Energiesparen.
Allerdings sehe ich hier auch einen logischen Haken: Man spart diese aufgerechneten Summen an KWh nur dann, wenn man häufiger mal den PC verlässt und dann eben der Monitor nach der festgelegten Zeit ausschaltet und die Festplatte runter fährt. Der Otto-Normal-User ist ja meistens aktiv am PC, so dass auch kaum Pausen entstehen wo dann Strom gespart werden könnte. Wenn dann der Herr Müller oder das Lieschen fertig ist, dann wird der PC ausgeschaltet und gut. Es entstehen also gar keine Pausen in denen das Energiesparen greifen würde. In Firmen sieht das schon anders aus (siehe mein Beispiel oben). Schon allein was man weltweit sparen könnte, wenn in den Mittagspausen der Monitor und die Festplatte für 30-60 Min. herunter gefahren würden.

Was mir beim LocalCooling-Tool aufgestoßen ist, ist der hohe Ressourcenverbrauch. Dafür, dass das Tool eigentlich nur die Zeit zählt und unauffällig im Hintergrund seinen Dienst verrichtet, sind 20MB schon ein zu großer Batzen. Die nur in englisch zu habende Benutzeroberfläche wird auch viele Menschen von der Verwendung abschrecken (ich denke da nur mal an meine Eltern). Und nicht zuletzt muss man auch datenschutztechnisch hinterfragen. Das Tool steht in ständigem Kontakt mit dem Projektserver. In den Datenschutzbestimmungen wird zwar angegeben, dass die persönlichen Daten und Statistiken vertraulich behandelt und nicht weiter gegeben werden. Jedoch wird eine Verwendung für andere kommerzielle Projekte von Uniblue Systems eingeräumt. Welche das sind, bleibt offen.

Ich denke mal, das wichtigste ist die Aufklärung. Ob das nun durch einen selbst erfolgt oder durch ein solches Tool - der positive Effekt durch die gesparten Emissionen kommt allen zugute. Man kann aber auch ohne diese Windowseinstellungen schon eine Menge Strom am PC sparen, und das im laufenden Betrieb nicht nur in den Pausen. Was mir da spontan einfällt:
[*]TFT- statt CRT-Monitor verwenden (spart bis zu 60%!).
[*]Prozessoren mit Stromspartechnologie verwenden. Zum Beispiel AMD64 CPU mit aktiviertem Cool'n'Quiet (spart bis zu 75%!).
[*]Peripheriegeräte wie Drucker, Scanner, Aktivboxen, USB-Tassenwärmer, etc. nur einschalten, wenn wirklich benötigt und nicht den ganzen Tag eingeschaltet lassen!
[*]PC nicht nur herunter fahren sondern auch Steckdosenleiste ausschalten!

Gruß,
Björn


#2 Re: LocalCooling - Projekt zur Eindämmung der globalen Erderwärmung
BulldoZer Geschrieben am: 17.12.2006 01:30
Du hast da ein Thema getroffen, dass mir auch sehr nahe liegt. Ich selbst bemühe mich auch sehr darum Strom an allen Ecken und Enden zu sparen, wo es nicht nötig ist.
Ich beispielsweise habe in meinem komplettem Zimmer an jeder Steckdose Funksteckdosen. Mit einem Knopfdruck an meiner Fernbedienung schalte ich alles aus, was in meinem Zimmer auch nur irgendwie Strom verbrauchen könne und dazu gehört auch der PC (Steckdosenleiste ausschalten, wie du sagtest).
Aber es ist ja auch nicht nur der PC, sondern auch der Fernseher, der DVD-Player, die Stereoanlage und vieles mehr, was im Stand-By läuft.
Vor allen Dingen dieser noch häufig vorhandene Irrglaube, dass es mehr Strom am Anfang "ziehen" würde, wenn man ein Gerät einschaltet, ähnlich dem Auto-Motor nachvollzogen. Dies ist absolut nicht der Fall. Beim PC gibt es viele Möglichkeiten Strom zu sparen, diese hast du bereits genannt. Alleine mit Cool 'n Quiet lässt sich eine Menge einsparen.
Was mir auch immer öfters auffällt ist, dass die meisten Menschen kein Verhältnis dazu haben, wie viel es kostet, den Fernseher beispielsweise eine Stunde lang zu benutzen. Das können je nach Stromverbrauch des Geräts von 20-40 Cent die Stunde sein.
Es gibt da auch noch ein altes Beispiel, ich weiss nicht ob das noch auf den momentan Stand der Dinge anwendbar ist, nämlich, dass wenn die Menschen in Deutschland keine Geräte im ständig im Standby laufen lassen würden, man ein Kernkraftwerk abschalten könne.
Das von dir genannte Projekt finde ich auch in der Hinsicht auf die Statistik interessant. Die 20 MB sind allerdings wirklich viel und die werde ich nicht opfern, da mein PC und mein Notebook meist runtergetaktet sind. ;)

Einige weitere Energiespartipps sind auch die alten Bekannten wie Energiesparlampen anstatt normale Glühbirnen zu benutzen. Die gibt es sehr preisgünstig bei IKEA. ;)

Gruß,

Christopher


#3 Re: LocalCooling - Projekt zur Eindämmung der globalen Erderwärmung
Chefkoch Geschrieben am: 18.12.2006 16:07
Moin,

Strom sparen ist wichtig, aber genauso wichtig ist es, an der richtigen Stelle anzusetzen. Dabei muss man nicht nur beachten, dass die Erzeugung von Strom die Umwelt negativ beeinflusst, sondern auch die Herstellung von elektrischen Verbrauchern.

Stromsparlampen z.B. eigenen sich nur, wenn lange Leuchtphasen und geringe Einschaltzyklen garantiert sind. Eine Stromsparlampe verbraucht nicht nur weniger, sondern sie hat auch eine deutlich längere Lebensdauer als eine herkömmliche Glühlampe. Allerdings wäre die Sparlampe für eine Treppenhausbeleuchtung mit ihren 2000 Schaltzyklen ungeeignet.

Da ist dann die Umweltverschmutzung bei der Herstellung größer, als man am Ende durch die Stromeinsparung verhindert.

Das Bsp. soll einfach nur repräsentativ sein, es gibt nämlich ähnliche Rechenbeispiele auch in anderen Gebieten (auch EDV).

Bei mir gibt es aber auch nur in dem Raum Licht, in dem ich gerade sitze und alle Geräte hängen an Schaltbaren Steckdosen und werden bei Nichtgebrauch einfach vollständig abgeschaltet. Bei den 19 ct, die eine kWh jetzt kostet gibt es da viel Potential für Einsparungen.

Gruß, Chefkoch






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