| Genre: | Bildbearbeitung |
| Entwickler: | Pavel Kanzelsberger |
| Webseite: | www.kanzelsberger.com |
| Preis (UVP): | 89 $ (Während der Beta-Phase noch 38 $) |
| CPU: | nicht bekannt |
| Hauptspeicher: | mind. 256MB RAM |
| Grafik: | nicht bekannt |
| HDD: | mind. 30 MB |
| OS: | Windows, Linux/x86, Linux/PPC, Linspire, Zeta/BeOS/x86, QNX/x86, FreeBSD/x86, MacOSX/PPC and MacOSX/x86, MorphOS/PPC, eComStation, OS/2, SkyOS, DOS |
| Installation | 60% |
| Funktionsvielfalt | 90% |
| Bedienung | 80% |
| Stabilität | 45% |
| Performance | 65% |
| Handbuch/Hilfe | 50% |
|
| Gesamt | 65% |
Pixel ist ein Multiplattform-Bildbearbeitungsprogramm, entwickelt von dem slowakischen Programmierer Pavel Kanzelsberger. Durch sein selbst entwickeltes Cross-Plattform-Toolkit
eLiquid läuft Pixel unter Windows, Linux, MacOSX, FreeBSD, OS/2, BeOS und einigen mehr. Pixel ist Shareware, die Demo lässt sich mit zwei Einschränkungen ausgiebig testen: Beim Starten erscheint ein Kauf-Hinweis und Bilder werden mit einem Wasserzeichen versehen (siehe
Screenshot). Wer das Programm uneingeschränkt nutzen möchte, muss für die Beta-Version 38$ berappen. Darin enthalten sind Support-Leistungen via E-Mail und Telefon sowie das Update-Recht für ein Jahr bzw. bis zum nächsten Major-Update. Die finale Version, welche für dieses Jahr angekündigt ist, soll 89$ kosten. Wer sich jetzt noch schnell die Beta lizenziert spart also 51$, denn das Update auf die finale Version ist ja inklusive. So zumindest argumentiert der Hersteller, und hofft mit dieser Marketingstrategie auf finanzielle Unterstützung für das Projekt. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob man bereit ist, 38$ für eine unfertige Beta-Version auszugeben. Wie der Test zeigen wird, beherrbergt Pixel zum jetzigen Zeitpunkt leider noch einige Fehler und Unzulänglichkeiten. Teilweise sind zudem Menüpunkte ausgegraut weil die Funktionen dahinter noch nicht entwickelt sind. Die Hilfe per F1 ist mehr als lückenhaft, von den 18 relevanten Menüpunkten sind 12 ohne Funktion. Als letztes Änderungsdatum ist dort der 20.02.2000 angegeben. Außerdem steht die Hilfe nur in englischer Sprache zur Verfügung, was die Einarbeitung nicht gerade erleichtert. Zumindest gelangt man über das Hilfe-Menü auf die englische Projektseite und das Communityforum. Brauchbare Unterstützung für Um- und Einsteiger sieht jedoch anders aus.
Installation
Für diesen Produkttest verwendeten wir die Windowsversion von Pixel 1.0 Beta 6 unter Windows XP Pro SP2. Während der Installation besteht die Möglichkeit, die zu installierenden Komponenten auszuwählen, die Arbeitsverzeichnisse für Plugins etc. festzulegen sowie Dateiverknüpfungen für Pixel zu setzen. Nachdem die Installation gestartet wurde, erscheint zuerst die Sprachauswahl. Unabhängig von der gewählten Sprache aber bleibt die Installationsoberfläche weiterhin englisch. Im nächsten Schritt gibt man seine Benutzerdaten wie Name und Organisation ein. Hier entsteht schon die erste Hürde, denn das Setup kennt keine Umlaute. Anders als Pixel selbst hat das Setup anscheinend keinen
Unicode
-Support. Im nächsten Schritt, bei der Festlegung des Installationspfads, kann dies zum Verhängnis werden. Bei unserem ersten Versuch, in das Textfeld ein Umlaut zu tippen, verabschiedete sich das Setup mit einem Speicherausnahmefehler.
Highlights

Pixel hat viele bekannte Werkzeuge und tolle Effekte.
Pixel bietet alle gängigen Werkzeuge zur Bildbearbeitung, wie verschiedene Auswahlwerkzeuge, Pinsel, Sprühkopf, usw. Darüber hinaus arbeitet Pixel mit Masken, Auswahlen, Pfaden und natürlich Ebenen. Bei letzteren können "Echtzeit-Effekte" angewendet werden. Webdesigner dürften mit Pixel ebenfalls auf ihre Kosten kommen, denn es integriert eine komplette Slicing-Funktion für Bilder. Der erzeugte HTML-Quellcode lässt sich direkt im Programm bearbeiten. Darüber hinaus erstellt Pixel auch
Imagemaps
und animierte GIFs. Für Digitalfotografen dürften außerdem der Klon-Pinsel und das integrierte
Histogramm
interessant sein sowie die Auswahl per Farbbereich wie es sonst nur teure Bildbearbeitungsprogramme bieten. Pixel beherrscht
Farbmanagement
(RGB, CMYK, CIE Lab, Graustufen) und unterstützt
HDR
mit bis zu 32 Bit pro Kanal. Erwähnenswert ist auch das kleine Fenster "Workspaces". Es verwaltet, ganz im Vorbild von Linux, mehrere virtuelle Arbeitsflächen um so für mehr Übersicht zu sorgen. Insgesamt ein reichhaltiges Angebot, die Ausstattung kann sich sehen lassen.
Effekthascherei
Pixel ist mit einer ansehnlichen Fülle an Effektfiltern ausgestattet. Von verschiedenen Schärfe/Unschärfe-Filtern, über Kunstfilter bishin zu Wettereffekten wie Regen und Nebel finden sich hier hübsche Filter für viele Gelegenheiten. Erwähnenswert ist außerdem die Chrome-Textur, die jedes Bild in ein kleines Kunstwerk verwandelt. Mit den sogenannten "Live-Effekten" können Ebenen mit bekannten Effekten wie Schatten, Glühen und Prägen versehen werden. Manche Effekt-Dialoge arbeiten jedoch nicht sehr performant und geben bei der Live-Vorschau eine deutlich verzögerte Wiedergabe. Eine Besonderheit ist auch das Werkzeug "PinselFX", mit dem beeindruckende Effekte wie z.B. Feuer oder heißes Wachs auf das Bild gezaubert wird. Die Effekte können durchaus mit anderen Produkten mithalten.
Erste Schritte

Die GUI ist aufgeräumt und lässt sich mit weiteren Themes optisch aufpeppen.
Die Programmoberfläche ist aufgeräumt, zusätzliche
Themes
verändern auf Wunsch das Aussehen der Oberfläche. Die verwendete Schriftart für die Dialoge und Menüs erinnert an Linux. Die Werkzeuge sind wie bei der Konkurrenz in Paletten an den Bildschirmrändern positioniert und lassen sich beliebig anordnen. Das Layout lässt sich per Presets voreinstellen. Für einen optimalen
Workflow
können eigene Layouts eingerichtet und abgespeichert werden. Der Pixel-eigene Datei-öffnen-Dialog ist gewöhnungsbedürftig und bereitete in unserem Test Probleme bei der Anzeige und Handhabung. Teilweise reagierte der Dialog plötzlich nicht mehr auf Mausklicks und musste neu aufgerufen werden. In den Programmeinstellungen (
Einstellungen | Optionen | Plattformspezifisch) lassen sich die integrierten Dialoge abschalten, sodass die nativen Windows-Dialoge verwendet werden. Damit verzichtet man jedoch auf die Bildvorschau des Pixel-Dialogs.

Der Fehlerteufel steckt noch an vielen Stellen
Beim Öffnen eines gewöhnlichen JPG-Bildes überraschte uns das Programm ersteinmal mit einer "Nachricht", dass das Bild möglicherweise ein Teil einer Animation sein könnte und ob das Bild als Animation geöffnet werden solle. Egal für welche Antwort man sich auch entscheidet, Pixel bricht den Ladevorgang mit einer Fehlermeldung (Insufficient memory) ab. Dieser Fehler tritt aber nicht immer auf. Wir testeten noch weitere JPG-Dateien aus verschiedenen Quellen. Alle lassen sich mit anderen Bildbearbeitungsprogrammen wie Paint Shop Pro, IrfanView, Picassa, etc. problemlos öffnen und bearbeiten. Pixel scheint jedoch wählerisch zu sein: Ab und zu wird keine Vorschau angezeigt, mal landet das Programm in einer Endlosschleife und stürzt ab. Auffällig ist auch, das manche Fehler nicht direkt reproduzierbar sind und nur sporadisch auftreten. Schlecht für das Gesamtbild sind sie aber so oder so.
Es offenbarten sich im weiteren Verlauf noch mehr Fehler und Unzulänglichkeiten, die ein produktives Arbeiten eigentlich nicht möglich machen oder zumindest erschweren. Zwei Beispiele: Um Arbeitsschritte rückgängig zu machen wird auch bei Pixel die bewährte Tastenkombination STRG + Z verwendet. Jedoch reagiert Pixel nur bei Verwendung von STRG + Y. Die guten alten Probleme mit der englischen Tastaturbelegung scheinen hier noch gepflegt zu werden. Schwerwiegender jedoch ist der reproduzierbare Speicherausnahmefehler beim Wechseln der Pinselform in einen der Spezialaufsätze. Solche und andere Fehler können auf der Website des Herstellers in die Fehler-Datenbank aufgenommen werden, welche mittlerweile auf 900 Einträge angewachsen ist.
In Sachen Datei-Kompatibilität steht Pixel schon recht gut da. Allerdings könnte auch hier noch nachgebessert werden. So unterstützt Pixel momentan noch kein Import/Export von Photoshop-Dateien (PSD). Zumindest ist diese Funktion schon in Planung. Auf der
Roadmap finden sich noch weitere künftige Funktionen wie dem Photoshop-Plugin-Support, einer nativen Benutzeroberfläche für Windows und Linux, PDF-Import/Export und weiteren interessanten Neuerungen. Bleibt zu hoffen, dass bei der ganzen Feature-Flut die Fehlerbehebung nicht auf der Strecke bleibt.
Fazit
Pixel hat viel Potenzial, das aber nicht ausgespielt werden kann. Zu störend sind die Fehlerteufel die noch an verschiedenen Stellen stecken - eben eine Beta. In der Tat hätte Pixel das Zeugs um zu den "Großen" zu gehören, sofern die Fehler beseitigt werden und die Hilfe deutlich ausgebaut wird. Vom "Photoshop-Killer", wie Pixel von einem Kollegen der Zeitschrift
Linux intern genannt wird, kann aber keine Rede sein. Nüchtern betrachtet stellt sich außerdem die Frage, ob tatsächlich bald ein stabiles Release erscheinen wird. Immerhin ist Pixel seit fünf Jahren in der Entwicklung und immer noch nicht über die Beta-Phase hinaus gewachsen. Der Preis von 38$ für ein unfertiges und instabiles Produkt dürfte momentan nur Projekt-Unterstützer zum Kauf animieren. Pixel für Windows ist mit einer Gesamtwertung von 65% knapp am "befriedigend" vorbeigeschlittert und erhält deshalb nur zwei Sterne von uns. Eine Empfehlung für Pixel können wir - zum jetzigen Zeitpunkt - leider nicht geben. (bba)