Mikro-Blogging – Twitter und seine deutschen Nachahmer
Kategorie : internet

Seit März 2006 gibt es im Internet neue Web 2.0 Dienste. Der Ur-Vater dieser Art des Mikro-Bloggings ist Twitter. Auf Twitter.com können die Benutzer in Echtzeit über ihre momentane Verfassung oder Handlung berichten. Die Benutzer können auf verschiedene Wege ihre Einträge tätigen - via SMS, Instant Messenger oder einfach über Twitter.com. Diese Art der Web 2.0-Dienste scheint nur eine Frage beantworten zu wollen: „Was machst du gerade?“. Egal ob es hier jemanden interessiert oder nicht, auf Twitter.com werden im Sekundentakt neue Einträge gelistet mit Inhalten wie „Mir ist langweilig.“ oder „Ich gucke gerade fernsehen.“.



Ständig über Sinnloses informiert

Einzelne Personen können als RSS-Feed abonniert werden. Die Benutzer machen sich somit zum gläsernen Menschen und zwar völlig freiwillig. Während sich die meisten Menschen über einen zu laschen Datenschutz beschweren, können Firmen problemlos komplette Persönlichkeitsprofile dank Mikro-Blogging erstellen. Auf Twitter.com werden die gelangweilten Einträge in den verschiedensten Sprachen gebloggt. Ob in Englisch, Niederländisch oder Chinesisch, es wird gebloggt, was das Zeug hält. Die deutschen Nachahmer wie Texteln.de weisen allerdings keine starke Community auf, wie Twitter. Hier wird nur alle halbe Stunde die Seite mit neuen „Nachrichten“ aus dem Leben anderer aktualisiert.


Sinn des Mikro-Bloggings?

Das Mikro-Blogging ist eine Art „Quick and Dirty“-Blogging, nach subjektiver Sicht des Autors. Während prominente und schreibwütige Blogger den Benutzer mit interessanten Geschichten aus dem Alltag versorgen und diese mit möglichst vielen Links an die breite Masse überliefern, schreiben Mikro-Blogger oftmals nur sinnlose Einträge. Niemanden interessiert es, ob jemand gerade schläft, fernsieht, erkältet oder traurig ist. Trotz der Nachteile für die breite Masse, kann Mikro-Blogging auch sinnvol eingesetzt werden. Zum G8-Gipfel in Heiligendamm informierte der Spreeblick-Blog via Mikro-Blogging über die gegenwärtige Lage. Doch das Betreiben eines „Live-Tickers“ ist nicht die neueste Erfindung der Welt und bereits vor dem „Web 2.0“ konnte man einen Live-Ticker via SMS mit aktuellen Informationen füttern.



Immer öfter wird es aber sinnvoll eingesetzt

Tatsächlich jedoch wird Twitter immer öfter sinnvoll eingesetzt. Als eine Vorab-Berichterstattung, wie zu Heiligendamm, ist Twitter ein sinnvolles Werkzeug. Prominente Blogger, wie Johnny Heusler, benutzen Twitter beispielsweise auf dem neuem CeBit-Blog 01-Blog. Twitter ist hier auch eventuell ein neugeschaffener Platz für "dünne News". Neuigkeiten, die in einem Satz gesagt sind, finden hier einen guten Platz. Auch Nachrichtenriesen wie CNN benutzten Twitter zur kurzen Berichterstattung. Wie man also sehen kann, hat Twitter durchaus potential zur sinnvollen Nutzung. Dennoch ist Twitter zum größeren Teil auf Privatpersonen ausgelegt. Diese haben allerdings auch die Möglichkeit ihren Twitter-Stream einem bestimmten Publikum, zum Beispiel seinem Freundeskreis, zugänglich zu machen und die Öffentlichkeit auszusperren. Hier ist es eventuell sinnvoll seine Bekannten und Freunde auf dem laufenden zu halten, was man selbst gerade macht. (cpi)